Goldschmiedewerkzeug

Goldschmiedewerkzeug - Grundausstattung

Etliche Sägen, Hammer, Zangen, Feilen und weitere wichtige Dinge gehören beim Goldschmiedewerkzeug zur Grundausstattung. Nicht zuletzt geben Chemikalien dem Schmuck den letzten Schliff und sorgen für eine tolle Optik der einzelnen Stücke.

Goldschmiedewerkzeug: Sägebogen und Sägeblätter

GoldschmiedewerkzeugDer Goldschmied benötigt als Goldschmiedewerkzeug zu allererst einen Sägebogen mit einer Bügeltiefe von 60 oder 80 Millimetern. Dazu gehören natürlich auch eine gute Anzahl Sägeblätter, vielleicht 150 Stück, der Größe 3/0. Mit diesem Goldschmiedewerkzeug schneidet der Goldschmied Schmuckstücke in Form.

Goldschmiedewerkzeug: Feilen

Weiterhin gehören 2 Ringfeilen, 2 Feilenhefte und ein ganzer Satz Nadelfeilen zum Goldschmiedewerkzeug. Bei den Ringfeilen werden die Feilflächen-Rillen Hieb genannt. Der Goldschmied nutzt Hieb 1 und 3. Die Hefte sind die (Ersatz-) Griffe für die Ringfeilen. Zu einem Satz Nadelfeilen gehören mindestens eine Dreieckfeile, Halbrundfeile, Rundfeile und Vierkantfeile.
Mit diesem Goldschmiedwerkzeug entgratet der Goldschmied sein Werkstück, er säubert die Ränder und feilt den Schmuck schön glatt oder er schrägt die Kanten eines Schmuckstückes mit den Feilen an.

Goldschmiedewerkzeug: Zangen

Zum Goldschmiedwerkzeug gehören auch verschiedene Zangen. Das sind eine Rund- und eine Flachzange, eine Spitzflachzange und eine Schienenzange. Mit diesem Goldschmiedwerkzeug biegt der Goldschmied bestimmte Schmuckstücke, Haken oder Ösen in Form.

Goldschmiedewerkzeug: Schneidwerkzeuge

Der Seitenschneider und die Lotschere zählen ebenfalls zum Goldschmiedewerkzeug. Damit kann der Goldschmied überflüssige Teile abschneiden oder kleine Teile ausschneiden.

Goldschmiedewerkzeug: Hammer

Eines der wichtigsten Stücke beim Goldschmiedewerkzeug ist der Hammer. Der Goldschmied nutzt zum Schmieden einen normalen 500 Gramm-Hammer und einen Ziselierhammer mit Stiel, der auch Fasserhammer genannt wird. Mit diesem Goldschmiedewerkzeug schlägt der Goldschmied ein flaches Blech zu einer dreidimensionalen Form. Er benötigt dazu ein weiteres Goldschmiedewerkzeug, die kleinen Punzen sowie eine so genannte Kittkugel, in die das Blech gelegt wird.
Ein Ziselierhammer kommt auch zum Einsatz, wenn Ringe oder andere Schmuckstücke mit Hammerschlag verziert werden sollen. Dies geschieht am besten mit der kugelig geschliffenen Seite dieses Goldschmiedewerkzeugs. Mit der flachen Seite werden Linien und Muster gefühlvoll eingeschlagen. Auch hierfür nutzt der Goldschmied die Punzen.
Für leichte Ausrichtearbeiten nutzt der Goldschmied den Belzerithammer. Kommt dieses Goldschmiedewerkzeug zum Einsatz, so nimmt das Material keinen Schaden, dass heißt, es trägt keine Spuren davon.
Ein weiterer Hammer, der zum Goldschmiedewerkzeug gehört, ist der Bretthammer. Er wird für leichtere Arbeiten genutzt, beispielsweise wenn Fassungen oder Ringschienen rund geklopft werden müssen oder aber in die richtige Form oder Größe gebracht werden sollen. Mit dem Bretthammer werden Werkzeuge verformt.
Ohne den Tischamboss und einen Ringriegel kann der Goldschmied nur schwer hämmern. In den Amboss wird das Werkstück eingespannt. Der Ringriegel dient dazu, dass Ringe oder auch runde Fassungen in die richtige Größe gebracht werden können.

Goldschmiedewerkzeug Punzen

Jeder kennt die kleinen Prägestempelzeichen, die die Echtheit des Schmucks angeben. Bei Gold sind das im Schmuckbereich 333 und 585. Das Goldschmiedewerkzeug, mit dem diese Stempelchen hergestellt werden, sind die Punzen.

Goldschmiedewerkzeug Bürsten und Eisen

Auch die Brettbürste gehört zum Goldschmiedewerkzeug. Ähnlich wir Handfeger und Kehrblech arbeitet die Brettbürste mit der Raumschale zusammen. Mit der Brettbürste fegt man Feilabfälle zusammen. Das Ganze kommt ins Brettfell und dann in die Raumschale. Mit einer Brettbürste werden auch die Späne entfernt, wenn das Schmuckstück fertig ist oder während der Arbeiten Zwischenreinigungen durchgeführt.
Mit dem Bretteisen als Goldschmiedewerkzeug arbeitet der Goldschmied, wenn er Fassungen, Bleche oder Ringe und ähnliche Teile mit ein paar Hammerschlägen plan ausrichtet. Dafür nutzt er ein Bretteisen von mindestens 60 x 60, besser sind jedoch die 100 x 100 messenden Werkzeuge.
Mit Messingbürsten, wie der dreireihigen Handkratzbürste oder der Messinghandbürste werden Rückstände vom Schmuck entfernt. Diesen so genannten Sud bekommt man unter fließendem Wasser am besten ab. Während manche Goldschmiede Bier ins Kratzwasser geben, gibt es dafür auch spezielle Chemikalien.

Goldschmiedewerkzeug zum Löten

Um beispielsweise Ösen an Schmuck anzulöten, benötigt der Goldschmied ebenfalls das richtige Goldschmiedewerkzeug. Dazu gehören zum Beispiel die Lötkohle, die möglichst in einem Blechkasten aufbewahrt wird. Nach dem Glühen und Löten muss abgelöscht werden, dafür reicht ein Einweckglas aus. Man kann auch mit dem Mund löten, wenn man ein Mundlötrohr und eine Propangasflasche, auf die es passt zur Verfügung hat. Als Verbindung dienen Schläuche aus Plastik oder Gummi. Mundstücke für das Mundlötrohr werden aus Horn oder Kunststoff hergestellt. Für die 5kg Propangasflasche sind ebenfalls ein Druckminderer nötig und eine genaue Kenntnis der Sicherheitsvorschriften. Zum Halten der einzelnen Teile benötigt man eine lange Lötpinzette, am besten aus Titan.

Goldschmiedewerkzeug zum Schleifen

Für den Feinschliff der Oberflächen und das Entgraten der Kanten der einzelnen Teile des Schmuckstücks kommen Schleifblock mit Korundscheiben, mehrere Blatt Schmirgelpapier in verschiedenen Körnungen und eine Schmirgellatte zum Einsatz.
Ferner benötigt der Goldschmied noch einen Beutel mit harzfreien Buchenspänen. Als Korundscheiben werden auch die Trennscheiben des Trennschleifers bezeichnet.
Schmirgellatten haben eine bestimmte Körnung und sind halbrund oder flach. Es handelt sich bei diesem Goldschmiedewerkzeug um eine Holzlatte, auf der Schmirgelpapier befestigt wurde.
Es gibt auch mehr oder weniger grobe Schleifklötze, so genannte Buffer. Auch mit diesem Goldschmiedewerkzeug kann der Goldschmied Schleifarbeiten durchführen.

Goldschmiedwerkzeug: Maße, Lehren und Hilfsmittel

Es zählen noch einige Lehren und Hilfsmittel zum Goldschmiedewerkzeug. Zum Aufzeichnen der Formen nutzt der Goldschmied einen Federzirkel.
Beispielsweise benötigt er zum Abmessen ein Stahlmaß, zum Festhalten bei Säurebädern eine Kunststoffpinzette, da diese säurebeständig ist und für feine Säuberungsarbeiten einen kleinen, spitzen Haarpinsel.
Für das Beizen reicht ein Einweckglas, man kann aber auch ein Beizgerät einsetzen.
Für das Anreißen bzw. Polieren des Schmuckstückes werden Reißnadel bzw. Poliernadel benötigt.
Mit einem Dreikantschaber kann man grobe Verschmutzungen von Lacken entfernen.
Ein Anschlagwinkel von 75 x 50 cm sorgt dafür, dass die Winkel eines Schmuckstückes ordentlich gefertigt werden können.
Für Verbindungen oder zum Befestigen einzelner Teile nutzt der Goldschmied 0,45 mm starken Bindedraht.

Goldschmiedewerkzeug: Für den Werktisch:

Für die Aufbewahrung vom Goldschmiedewerkzeug benötigt der Goldschmied ein Werkbrett. Praktisch ist ein Unterbau mit verschiedenen Schubfächern, in denen er sein gesamtes Goldschmiedewerkzeug samt Hilfsmitteln lagern kann. Ein Brettfell fängt die Abfälle auf.
Auf dem Werkbrett wird ein Werkbrettschoner angebracht, auf dem besonders gut ein Feilnagel befestigt werden kann.
Für ein gesundheitsbewusstes Arbeiten sorgt ein Arbeitsstuhl auf Rollen, der nach Möglichkeit höhenverstellbar sein sollte.
Die Beleuchtung übernimmt eine Arbeitslampe, wobei dies möglichst keine Halogenlampe sein sollte. Die harten Reflexe von Halogenlampen würden den Goldschmied bei der Arbeit blenden.


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